Wachauer Marille g.U *
Traditionell produzierte Marillen in der Region Wachau, produziert nach der Spezifikation für die Eintragung als Geschützte Ursprungsbezeichnung (gU) gemäß EU Verordnung 1107/96 ABl. L 148/1ff/96.Registernummer: 7
Offenlegungsdatum
Erstmals 1509 in der Wachau nachgewiesen (Starhembergisches Archiv, Eferding)
Titel
Wachauer Marille g.U
Kurzdarstellung oder Behauptung
Anbautradition mit lokalen Sorten seit ca. 1890. Die unverwechselbare Qualität ist das Ergebnis regionaler Sortenselektion, des regionalen Klimas und der Bodenbeschaffenheit in der Region Wachau – Mautern – Krems, Niederösterreich.
Produziert nach der Spezifikation für die Eintragung als Geschützte Ursprungsbezeichnung (gU) gemäß EU Verordnung 1107/96 ABl. L 148/1ff/96.
Produktbezeichnung, Produktklasse
Marille, Obst
Name der Region
Wachau, Niederösterreich, Österreich
Suchgebiet
Lebensmittel und Landwirtschaft
Name des Informationsgebers
Wachauer Marille Verein zum Schutz der Wachauer Marille
Name des Antragstellers für den Titel
Arbeitsausschuß zur Förderung des Marillenanbaues in den Gebieten Wachau - Krems - Mautern Gebieten Wachau - Krems - Mautern
Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen
Wachauer Marillenbauern
Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels
Arbeitsausschuß zur Förderung des Marillenanbaues in den Gebieten Wachau - Krems - Mautern Gebieten Wachau - Krems - Mautern
Beschreibung
Der Name „Marille“ für Aprikosen ist bereits um das Jahr 1509 nachgewiesen. Der Anbau von lokalen Marillensorten in der berühmten Weinbauregion der Wachau wurde durch die Verwüstung von Weingärten durch die Reblaus um 1890 ausgelöst. Seither ist der Marillenanbau ein traditionell wichtiger Erwerbszweig dieser Region.
Früchte, vorwiegend der regionaltypischen Sorte „Klosterneuburger Marille“, mittelgroß 45 bis 60 g schwer, spezifisches Gewicht meist über 1.0, kegelförmige Frucht von honiggelber Grundfarbe, bis zur Hälfte oder darüber hinausgehend gerötet, oft auch bräunlich bis rötlich gepunktet, hoher Pektin-, Säure- und Zuckergehalt.
Als Pflanzunterlagen kommen speziell an die regionalen Bodenverhältnisse angepasste Marillensämlinge, Myrobalane und verschiedene Pflaumen zum Einsatz. Als Erziehungsform ist der Meterstamm mit Rundkronenerziehung, Pyramiden- oder Hohlkrone verbreitet (Pflanzweiten 5-7 m x 4-6 m, 250 - 500 Bäume/ha). Die Erziehung und Pflege der Bäume folgt den eingeführten Methoden des integrierten Landbaus. Die Ernte erfolgt per Hand und ist sehr arbeitsaufwendig, wodurch eine Begrenzung der Anbaufläche je Betrieb bedingt ist. Die folgeartige Reifung der Früchte erfordert ein oftmaliges Durchernten bis zu etwa 5 mal, je nach Jahr, wobei immer nur die baumreifen bis vollreifen Früchte je nach Vermarktungsform (Direktverkauf/Handel) gepflückt werden.
Die unverwechselbare Qualität der Wachauer Qualitätsmarille ist ein Ergebnis des regionalen Klimas und Bodens sowie der über 100 Jahre alten Anbautradition (Sortenselektion und Sortenzusammensetzung sowie der verwendeten Veredelungsunterlagen). Das Zusammentreffen mehrerer Klimate (Pannonisches und Waldviertler Klima, unmittelbare Nähe der Donau – sog. „Aromagürtel“), mit speziell zur Reifezeit der Marillen großen Unterschieden zwischen den Tag- und Nachttemperaturen, wirkt sich unmittelbar auf die Ausbildung der Geschmacks-, Aroma- und Inhaltsstoffe der Früchte aus. Neben der großen wirtschaftlichen Bedeutung hat der Marillenanbau in der Wachau auch eine enorme touristische Bedeutung, da im Frühling das Landschaftsbild vollkommen von den blühenden Marillenbäumen geprägt wird.
Die Beschreibung der Spezifikation für die Registrierung als gU liegt im Österreichischen Patentamt auf. (Nationales Aktenzeichen: 1233-GR/95)
Schlüsselworte
Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Niederösterreich, Region, Wachau, Marille, Wachauer Marille
Bibliographie/ Referenzen
Verordnung (EWG) Nr. 2081/92. Antrag auf Eintragung Art. 17, g.U (Nationales Aktenzeichen: 1233-GR/95)
Eppel, F. Die Wachau, Nibelungen- und Strudengau. Band 2. Verlag St. Peter Reinhard Dippelreither. Wachauer Marille. 1989 Pichler Verlag. ISBN: 3854311621
http://www.defra.gov.uk/
www.wachauermarille.at
www.genuss-region.at
Sprachcode
Deutsch
Produkt von www.genuss-region.at
Ja
Regionaler Ansprechpartner
Wachauer Marille Verein zum Schutz der Wachauer Marille
Obmann Franz Reisinger
3620 Spitz/ Niederösterreich; Mitterndorf Nr. 1
Tel.: 02713 2855
e-mail: info@obsthof-reisinger.at
www.wachauermarille.at
Autoren: Mag. Eva Sommer, Dr. Erhard Höbaus
* derzeit in Überarbeitung
08.01.2010, Lebensministerium III/4


