http://www.traditionelle-lebensmittel.at
Traditionelle Lebensmittel

Servicelinks

Hauptnavigation

Suche



Standort

Inhalte

Eine Flasche Uhudler
Foto: Andrea Pfe...

Uhudler

 
Registernummer: 67
 
Offenlegungsdatum
Der „Uhudler“ stammt aus der Zeit nach dem großen Reblausbefalls, Ende des 19. Jahrhunderts.
 
 
  
 
Logo Kulinarisches Erbe Österreich
Foto: Kulinari...
Titel

Uhudler 
 
 
 
 
 
 
Kurzdarstellung oder Behauptung
Wein aus Direktträgertrauben der Rebsorten Concord, Delaware, Elvira und Ripatella. Typischer Geruch und Geschmack nach Waldbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und mit Foxton.
 
Produktbezeichnung, Produktklasse
Wein
 
Name der Region
Südburgenland, Burgenland, Österreich
 
Suchgebiet
Landwirtschaft und Wein
 
Name des Informationsgebers
---
 
Name des Antragstellers für den Titel
---
 
Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen
Uhudlerproduzenten der Region
Verein „Freunde des Uhudler“ mit 342 Mitgliedern aus 24 Mitgliedsgemeinden (Mai 2007)
 
Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels
---
 
Beschreibung
- Geschichte:
Der Uhudler hat seinen Ursprung in der Zeit nach dem großen Reblausbefall, Ende des 19. Jahrhunderts. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kam der Uhudler als angeblich gesundheitsschädlich in Verruf, was zum Verbot von Weinverschnitten mit Erzeugnissen aus Direktträgerreben (1937), zu Rodungen in den 30er Jahren und zu einem Verkehrsverbot von Direktträgerweinen (1961) führte.
Der Uhudler blieb als Haustrunk erlaubt. 1985 wurde der Wein endgültig verboten. Aufgrund starker Bemühungen des Vereins der „Freunde des Uhudler“ wurde der Uhudler 1992 wieder in das österreichische Weingesetz aufgenommen. Die bewegte Geschichte des Uhudlers ist zu einem der wichtigsten Elemente für den besonderen Ruf des Weins als regionale traditionelle Spezialität geworden. Der Uhudler hat heute als Werbeträger positiven Einfluss auf den Tourismus im Südburgenland.
Der Begriff Uhudler geht auf zahlreiche mündliche Überlieferungen zurück. Eine verbreitete Legende erzählt, dass Weinbauern nach dem übermäßigen Genuss des Uhudlers in ihren Kellern von ihren Frauen mit den Worten „Du siehst aus wie ein Uhu“ begrüßt wurden.
Für ähnliche Direktträgerweine in der Steiermark werden Bezeichnungen wie Suhudler, Juhudler oder Heckenklescher verwendet.
 
- Gebiet/Region:
Bezirke Jennersdorf und Güssing im Südburgenland, dem kleinsten Weinbaugebiet des Burgenlandes.
 
- Uhudler:
Wein aus Direktträgersorten, der den typischen Direktträgergeruch und –geschmack nach Waldbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und den Foxton aufweist. Der Farbton des roten Uhudlers reicht von zartem Rosa bis Ziegelrot, weißer Uhudler von blassem Stroh- bis Hellgelb. Grund für diese Farbtöne sind Anthocyane, die im Gegensatz zu Weinen der Europäerrebe nicht nur mono- sondern diglucosidisch verknüpft vorliegen.
 
Für den Uhudler werden folgende Traubensorten verwendet: Concord, Delaware, Elvira und Ripatella. Diese Direktträgersorten gelten bis 31.12.2030 als vorübergehend zugelassene Rebsorten (Burgenländische Weinbauverordnung, Landesgesetzblatt Nr.25/2003). Mit dem gesetzlichen Auslaufen 2030 könnte der Uhudler wieder vor einem Produktionsverbot stehen.
 
Die Qualität des Uhudlers konnte in den letzten Jahren durch bessere Ausbildung der Produzenten, bessere Kellertechnik, verstärkte Weingartenarbeit sowie Kontrollen durch den Verein „Freunde des Uhudlers“ deutlich gestärkt werden. Jährlich werden die Uhudler-Weine von einer Kostkommission, die zu 50 % aus Vereinsmitgliedern und zu 50% aus externen Fachleuten besteht, auf Sortencharakter, Reintönigkeit und Sauberkeit geprüft um eine Qualitätssicherung zu gewährleisten. Die Weine, die die Prüfung bestehen, dürfen die gemeinsame Wort-/Bildmarke tragen. Der Uhudler darf nur in Mitgliedsgemeinden unter diesem Namen produziert werden. Im Jahr 1990 wurde die erste Wort-Bild-Marke, im Jahr 2004 ein neues Logo beim österreichischen Patentamt registriert.
 
- Vermarktung:
Uhudler wird größtenteils Ab-Hof verkauft, weiters in der südburgenländischen Gastronomie. Geringere Teile werden über die Gastronomie anderer Bundesländer, Vinotheken, Bauernläden, Wiederverkäufer und Bioläden abgesetzt.
 
- Verwertung:
Aus den Trauben/Trestern gewonnener Wein, Sekt, Perwein, Marmelade und Schnaps und Naturkosmetik.
Wein als Verfeinerung für Käse („Blauhudler“), für Schokolade und für diverse Gerichte in der südburgenländischen Gastronomie.
 
- Schutz:
Registrierung von Wort-Bild-Marken mit dem Wortlaut Uhudler beim österreichischen Patentamt unter Ma.Nr.: AT 167228, Ma.Nr.: AT 173675, Ma.Nr.: AT 219071, Ma.Nr.: AT 224604
 
Schlüsselworte
Uhudler, Wein, Traditionelles Wissen, Österreich, Burgenland, Südburgenland, Jennersdorf, Güssing, Elvira, Concord, Delaware, Ripatella, Direktträger
 
Bibliographie/ Referenzen
- Pfeiffer Andrea. Der Uhudler, eine traditionelle südburgenländische Spezialität.
- Erste Bachelor-Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts in Business
  BA für Internationales Weinmanagement. Fachhochschulstudiengänge Burgenland Ges.m.b.H.
  2007 mit folgenden Zitaten: Böö, Karl (o.J): Ein wahrer Kämpfer und Pionier des Uhudlers.
  http://www.boeoe.com, Stand: 16.05.2007
- Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft Rotholz (o.J): Rotholzer Blauhudler.
  http://www.bam-rotholz.at/kuhmilchkaese/rotholzer-blauhudler.html, Stand: 12.06.2007
- Dokumentation Österreichischer Wein (2000): Zum österreichischen Weingesetz.
  http://www.weinausoesterreich.at/daten/doku2000/doku2000_kap6.pdf,
  Stand: 25.05.2007
- Eckhart, Walter/Sommer, Robert (1997): Es war die Reblaus. Mandelbaum, Wien.
- Flak, Walter (1992): Vom Schwarzen Schaf zur Marktlücke – Das analytische Bild
  einer Weinrarität.
- Goethe Hermann (1884): Die wichtigsten amerikanischen Reben welche der Phylloxera
  widerstehen. Leykam, Graz. 
- Gemeinde Moschendorf (o.J): Weinmuseum & Vinotheken.
  http://www.imburgenland.at/index.jsp?activePage=/gemeinden/moschendorf/&activeColumnUri=tcm:0-0-0, Stand 12.05.2006
- Lukesch, Robert/ Müllner Gerhard (1991): Direktträger – Rechtslage, Motive, Hintergründe.
  Edition Uhudler, Güssing.
- ORF (2007): Aufgegabelt in Österreich, Das Südburgenland – Ein üppig gedeckter Tisch.
  Ausstrahlung 01.05.2007
- Robinson, Jancis (2003): Vines, grapes and wines: the wine drinker's guide to grape
  varieties. 5. Aufl., Mitchell Beazley, London.
- Siegel, Simon u.a. (2004): Weine, Schaumweine, versetzte Weine. Trauner, Linz.
  schriftliche Mitteilungen im Verein „Freunde des Uhudler“ 1989-2007. Im Verein aufliegend.
- Thümen N. (1890): Die wichtigsten der direct tragenden amerikanischen Reben nebst einer
  kurzen Anweisung für ihre Cultur. Hitschmann, Wien
- Tischelmayer, Norbert (o.J): Ripatella.
  http://www.wein-plus.de/Ripatella.htm
  Stand: 12.05.2007
- Verordnung 1937: BGBl. Nr. 329/1937 zum BGBl. Nr. 327/1937 aus: Lukesch, Robert/
  Müllner
- Gerhard (1991): Direktträger – Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler, Güssing.
- Verordnung (EWG) Nr. 3800/81 der Kommission vom 16. Dezember 1981 zur Aufstellung
  der Klassifizierung der Rebsorten. Amtsblatt Nr. L 381 vom 31/12/1981 S. 0001 – 0078.
  http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31981R3800:DE:HTML
  Stand: 25.05.2007
- Verordnung (EG) Nr. 2276/95 der Kommission vom 28. September 1995 zur Änderung
  der Verordnung (EWG) Nr. 3800/81 zur Aufstellung der Klassifizierung der Rebsorten.
  Amtsblatt Nr. L 232 vom 29/09/1995 S. 0002 – 0004.
  http://eurlex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31995R2276:DE:HTML
  Stand: 25.05.2007
- Verordnung (EG) Nr. 1493/99 des Rates vom 17. Mai 1999 über die gemeinsame
  Marktorganisation für Wein. Amtsblatt Nr. L 179 vom 14/07/1999 S. 0001 – 0084.
  http://eurlex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31999R1493:DE:HTML,
  Stand: 11.6.2007
- Weinbauverordnung 2003 LGBL. Nr. 25/2003. Verordnung der Burgenländischen
  Landesregierung vom 14. Mai 2003, mit der Bestimmungen des Weinbaugesetzes 2001
  ausgeführt werden (Weinbauverordnung). http://www.ris.bka.gv.at/lr-burgenland
  Stand: 13.06.2007
- Weingesetz 1936: BGBl. Nr. 73/1936 und BGBl. Nr. 367/1936 aus: Lukesch, Robert/
  Müllner
- Gerhard (1991): Direktträger – Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler,
  Güssing.
- Weingesetz 1961: BGBl. Nr. 187/1961 aus: Lukesch, Robert/ Müllner Gerhard (1991):
  Direktträger.
  Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler, Güssing.
- Weingesetz 1985: BGBl. Nr. 444/1985 aus: Lukesch, Robert/ Müllner Gerhard (1991):
  Direktträger. Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler, Güssing.
- Weingesetz 1999: Bundesgesetz über den Verkehr mit Wein und Obstwein
  (Weingesetz 1999). BGBl. Nr. 141/1999. http://www.ris.bka.gv.at/bgbl-pdf
  Stand: 12.06.2007
- Weingesetznovelle 1929: BGBl. Nr. 254/1929 aus: Lukesch, Robert/ Müllner
  Gerhard (1991): Direktträger – Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler,
  Güssing.
- Weingesetznovelle 1971: BGBl Nr. 334/1971 aus: Lukesch, Robert/ Müllner
  Gerhard (1991):
  Direktträger – Rechtslage, Motive, Hintergründe. Edition Uhudler, Güssing.
- Weingesetznovelle 1992: Änderung des Forstgesetzes 1975 (EWR-Rechtsanpassung),
  des Bundesgesetzes über Maßnahmen zum Schütze des Waldes anlässlich der Ein- und
  Durchfuhr von Holz (Holzkontrollgesetz) und des Weingesetzes 1985. BGBl. Nr. 970/1993
- Weingesetznovelle 2005 aus: Weinmarketingservice Novelle 2005
  http://www.weinausoesterreich.at/daten/weingesetz_novelle2005.html
  Stand: 07.06.2007
- Weinmarketingservice. (o.J.): Südburgenland: idyllische Landschaft, ausdrucksstarke
  Rotweine.
  http://www.weinausoesterreich.at/wein/geb_suedbgld.html, Stand: 20.05.2007
- Zweigelt F. (1929): Die Direktträger. Weinland, Wien.
  www.uhudlerverein.at
 
Sprachcode
Deutsch
 
Produkt von www.genuss-region.at
Nein
 
Regionaler Ansprechpartner
Verein „Freunde des Uhudler“
Weinmuseum 1
A-7540 Moschendorf
Tel: 03324/6318
E-Mail: office@weinidylle.at
 
Autor: Pfeiffer Andrea
Geringfügig adaptiert: Dr. Erhard
 Höbaus
 

09.11.2011, Lebensministerium III/4