Pinzgauer Rind *
Das reinrassig gezüchtete Pinzgauer Rind ist eine von der EU anerkannte gefährdete Haustierrasse.Registernummer: 29
Offenlegungsdatum
Die Ahnen des Pinzgauer Rindes kamen bereits um 800 v. Chr. mit den Kelten in das heutige Stammzuchtgebiet der Hohen Tauern, das im heutigen Gebiet des Bundeslands Salzburg liegt. Der Name leitet sich von der Salzburger Region „Pinzgau“ ab.
Zuchtbücher datiert aus den 1700erten zeigen, dass selektive Züchtungen schon einige Zeit betrieben wurden.
Eine erste Beschreibung der Rinder stammt von Freiherr von Mesnil (1857), aber die Rasse wurde erst nach der Bildung der ersten Züchterverbände am Ende des 19. Jahrhunderts präzise beschrieben.
1834 wurde erstmals ein genetisch induziertes hornloses Pinzgauer Rind beschrieben, das als “Jochberger Hummel” bekannt ist.
Titel
Pinzgauer Rind
Rasseschlüssel Typ PIN 13 (alte Zuchtrichtung)
Kurzdarstellung oder Behauptung
Das reinrassig gezüchtete Pinzgauer Rind ist eine von der EU anerkannte gefährdete Haustierrasse. Die traditionelle extensive Haltungsform der Pinzgauer Rasse in den alpinen Stammzuchtgebieten hat ein Rind selektioniert, das mit besonderer Anpassungsfähigkeit an schwierige Standorte ausgestattet ist und exzellente Fleisch und Milchqualität liefert. Seit Jahrhunderten hat diese extensive Rinderhaltung einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der alpinen Landschaft in Österreich beigetragen.
Produktbezeichnung, Produktklasse
Rindfleisch, Fleischprodukte
Name der Region
Pinzgau, Salzburg
Suchgebiet
Lebensmittel und Landwirtschaft
Name des Informationsgebers
ARGE Pinzgauer Rind
Name des Antragstellers für den Titel
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Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen
ARGE Pinzgauer Rind
Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels
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Beschreibung
- Geschichte
Die Ahnen des Pinzgauer Rindes kamen bereits um 800 v. Chr. mit den Kelten in das heutige Stammzuchtgebiet der Hohen Tauern Salzburgs. Der Name stammt von der Salzburger Region „Pinzgau“.
In den verschiedenen Tälern Salzburgs, Tirols, Kärntens aber auch in Bayern und der Steiermark entwickelten sich unterschiedliche Typen, die als Pinzgauer, Pongauer, Salzburger Schecken, Mölltaler, Brixentaler, Tiroler Rückenschecken, Traunsteiner oder Berchtesgadener bekannt sind. Mit der Gründung der ersten Züchtervereinigungen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die "Pinzgauer Rasse" genau definiert.
Eine weitere Besonderheit sind auch die genetisch hornlosen Pinzgauer Rinder, die sogenannten "Jochberger Hummeln". Nachweislich wurde das erste hornlose Kuhkalb 1834 beim Hallerwirt in Aurach (Tirol) geboren.
Bereits 1820 wurden Pinzgauer Rinder in das heutige Gebiet von Rumänien, Tschechien und der Slowakei exportiert. In der österreichisch-ungarischen Monarchie war das Pinzgauer Rind die verbreitetste Rinderrasse.
Während des 2. Weltkrieges verloren die Pinzgauer Rinderzüchter ihre Eigenständigkeit und alle züchterischen Aktivitäten waren stark eingeschränkt. 1950 wurde die Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer gegründet. Die Änderung der Tierzuchtgesetze zwischen 1965 und 1971 hob bestehende Rassenbeschränkungen, was ab 1969 die Hereinnahme von Red Friesian-Blut zur Verbesserung der Milchleistung, Euterform und Melkbarkeit führte. Dem Konzept standen aber ein Teil der Züchter im Berggebiet mit Skepsis gegenüber und beharrten auf der Reinzucht. Tierzuchtdirektor Dr. Josef Lederer erarbeitete das derzeit geltende Zuchtprogramm, welches wieder auf Reinzucht ausgerichtet ist und im Rahmen des österreichischen Programms für umweltgerechte landwirtschaftliche Produktion gefördert wird.
- Region
Ursprüngliche Stammzuchtgebiete sind die Täler der Hohen Tauern von Salzburg und Tirol.
- Pinzgauer Rind
Das Pinzgauer Rind gehört ursprünglich zu den europäischen Höhenviehrassen und ist ein auf "Milch und Fleisch" gezüchtetes Zweinutzungsrind. Die robuste, gut mittelrahmige und leistungsfähige Pinzgauer Rasse hat sich aus dem rotscheckigen Bajuwarenrind und dem knochenstarken, einfärbigen Slawenrind entwickelt. Das "Pinzgauer Rind" ist charakterisiert durch seine kastanienbraune Grundfarbe und der typischen Weißzeichnung am Rücken, Kreuz und Bauch sowie an den Vorderarmen und Unterschenkeln. Diese typische Farbzeichnung wird dominant vererbt. Das einzigartige rotbraun gefärbte Fell der Pinzgauerrinder und ihre pigmentierten Augen schaffen einen perfekten Schutz gegen UV-Strahlen auch in extremen Klimagebieten.
Eine besondere Rarität stellen die heute seltenen schwarzweiß gefärbten Typen und die genetisch hornlose Variante, bekannt unter dem Namen "Jochberger Hummeln", dar. Die "Pinzgauer Rasse" ist die einzige in Österreich gewachsene (autochtone) Rasse mit Weltgeltung. Die Rasse ist derzeit in 25 Staaten (davon 8 europäischen) in vier Erdteilen mit etwa 1,0 Million Tieren verbreitet. Rund 90 % des Weltbestandes befinden sich außerhalb Österreichs.
Pinzgauer sind berühmt für das optimale Verhältnis von Milch, Fleisch und vor allem bestimmter sekundärer Leistungsmerkmale wie Marschtüchtigkeit, hervorragendem Mutterinstinkt (Muttterkuhhaltung) und Widerstandsfähigkeit, auch besonders unter extensiveren Haltungsgebieten in extremeren Lagen.
- Verwertung
Wissenschaftliche Untersuchungen an der technischen Universität in München von Prof. Franz Pirchner bescheinigen dem Fleisch von Pinzgauer Rindern eine Überlegenheit in objektiven und subjektiven Qualitätsmerkmalen. Zartheit, ansprechende Marmorierung, Saftigkeit, Geschmack und geringer Grillverlust sowie Feinfasrigkeit zählen zu seinen Stärken.
Schlüsselworte
Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Salzburg, Region, Pinzgauer Rind Rasseschlüssel alter Typ Pin 13
Bibliographie/Referenzen
- Pinzgauer Rind
http://www.pinzgauerrind.at/
- Das Original Pinzgauer Ring
http://www.vegh.at/pinz.htm
- International Pinzgauer Cattle Breeders Association
http://www.pinzgauer-cattle.com/
- Austrian Implementation Strategy for the Convention on Biological Diversity
http://www.biodiv.org/doc/world/at/at-nbsap-01-en.doc
- Pinzgauer
http://www.ansi.okstate.edu/breeds/cattle/
Sprachcode
Deutsch
Produkt von www.genuss-region.at
ja
Regionaler Ansprechpartner
Thomas Edenhauser
ARGE Pinzgauer Rind
5751 Maishofen, Mayerhoferstraße 12,
Tel.: 06542 68229-13, Fax: 06582 68229-81
E-mail: t.edenhauser@rinderzuchtverband.at
www.pinzgauerrind.at
Autoren: Mag. Eva Sommer, Dr. Erhard Höbaus
* derzeit in Überarbeitung
15.04.2011, Lebensministerium III/4



