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Genuss Region Ländle Kalb - junges Kalb (1 Woche) im Stall des Gaßner-Hofes in Gampelün
Foto: BMLFUW/Rit...

Ländle Kalb

 
Registernummer: 119 
 
Offenlegungsdatum
Beginn der organisierten Zucht des Ländle Kalbs im Jahr 1862 mit der Gründung des „Vorarlbergischen Landwirtschaftsvereines". 
 
 
 
Logo Genuss Region Österreich
Foto: BMLFUW/A...
Titel
Ländle Kalb 
 
 
 
 
 
 
Kurzdarstellung oder Behauptung
Ländle Kalb ist das Ergebnis Traditionellen Wissens um die Zucht und extensive Haltung der heimischen Rinderrasse Braunvieh bzw. Braunvieh-Kreuzungen mit Fleischrassen in Vorarlberg.
Das Ländle Kalb wird in Vorarlberg geboren, gemästet und geschlachtet.
Das Fleisch vom Ländle Kalb zeichnet sich durch exzellenten, milden Geschmack sowie durch Zartheit und Fettarmut aus.
Das Ländle Kalb hat sich optimal an die Umgebung der Vorarlberger Almen angepasst. Die extensive Haltung dieser Rinder über Jahrhunderte hat einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Aufrechterhaltung der alpinen Landschaft Vorarlbergs beigetragen.
 
Produktbezeichnung, Produktklasse
Rindfleisch, Kalbfleisch, Fleischprodukte
 
Name der Region
Vorarlberg, Österreich
 
Suchgebiet
Lebensmittel und Landwirtschaft
 
Name des Informationsgebers
Matthias Marxgut
Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH
 
Name des Antragstellers für den Titel
Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH
 
Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen
Zahlreiche Bauern in Vorarlberg, rund 20 Metzger
 
Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels
Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH 
 
Beschreibung
- Geschichte:
Im Zuge der Sesshaftwerdung der Menschen in der Frühzeit gewann die Haltung von Haustieren zunehmend an Bedeutung, da diese die Menschen von der Jagd unabhängiger machte. Die
Haustiere lieferten Fleisch, Fett, Milch und Eier.
Zu den wichtigsten Haustieren gehörte immer schon das Rind. Der Auerochse oder „Ur“ gilt als Stammvater unserer Hausrinder.
 
Erste schriftliche Hinweise über das Vieh in den Alpen gab es zur Zeit der Besetzung dieser Region durch die Römer 15 v. Chr. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in Vorarlberg aufgrund der verschiedenen Züchtungen talschaftsgebundene Schläge, die sich in Größe, Farbe und Leistung unterschieden.
 
Begonnen hat die organisierte Zucht mit der Gründung des „Vorarlbergischen Landwirtschaftsvereines" im Jahre 1862.
1923 wurde der Name in „Vorarlberger Braunviehzuchtverband" geändert.
 
1994 wurde mit dem Aufbau der Qualitätsmarke „Ländle“ begonnen.
 
Im Jahr 2001 erfolgte die Gründung der  Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH. Sie ist die zentrale Stelle für Vermarktung und Qualitätssicherung aller landwirtschaftlichen Produkte aus Vorarlberg. Ziel ist es die heimischen Produkte bekannter zu machen, deren Qualität zu steigern und die Wertschöpfung zu erhöhen.
 
- Gebiet/Region:
Vorarlberg (im lokalen Dialekt: „Ländle“) ist das westlichste Bundesland Österreichs. Es ist begrenzt durch den Bodensee und den Rhein im Westen, durch die Gebirgszüge Arlberg und Verwallgruppe im Osten, den Gebirgszügen des Rätikons und der Silvretta im Süden und dem deutschen Allgäu im Norden. Vorarlberg grenzt an Bayern (Deutschland), Graubünden und St. Gallen (Schweiz), das Fürstentum Liechtenstein und das Bundesland Tirol.
 
Boden- und Klimaverhältnisse:
Die Böden Vorarlbergs eignen sich sehr gut für die Alpwirtschaft. Rund 53.000 der 105.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Vorarlbergs werden daher alpwirtschaftlich genutzt.
 
Vorarlberg gehört zu den niederschlagsreichsten Regionen (1.500-2.000 mm) Österreichs.
 
Lebensraum:
Das Grünland und die ausgedehnten Alpflächen bieten in Vorarlberg gute Voraussetzungen für die Rinderzucht.
Die Almweiden erstrecken sich vom Bodensee bis in den Bregenzerwald auf einer Seehöhe von rund 400-1.300 m.
 
Der große Anteil an Wiesen und Weiden (19,83 %) sowie Almen und Bergmähdern (Wiesen an steilen Hängen) (32,15 %) ermöglicht eine hoch entwickelte Almwirtschaft: Mehr als die Hälfte der 62.400 Rinder (2001) verbringt den Sommer auf einer der 566 bewirtschafteten Almen.
 
Die Bergflora ist durch die Boden- und Klimaverhältnisse bedingt und gekennzeichnet durch eine Vielfalt an alpinen Pflanzen.
 
Diese spezielle Artenvielfalt an Gräsern und Kräutern im Grünfutter und das daraus erzeugte Heu liefern die Basis für den einzigartigen Geschmack des Ländle Kalb.
 
Durch die guten klimatischen Bedingungen für Grünland, die ausgedehnten Alpflächen und die damit verbundenen Möglichkeiten zur gesunden Entwicklung der Tiere, bestehen beste Voraussetzungen für die Rinderzucht in Vorarlberg.
 
- Ländle Kalb:
Genuss Region Ländle Kalb - Kalb vom Gaßner-Hof in Gampelün
Foto: BMLFUW/Rita Newman
Im Zusammenhang mit GENUSS REGION „Ländle Kalb“ handelt es sich um Kälber der Rasse Braunvieh sowie Braunvieh-Kreuzungen (F1-Kreuzung) mit speziellen Fleischrassen, häufig Angus, zur Steigerung der Fleischqualität.
 
Das Ländle Kalb ist ein bodenständiges, regionaltypisches Rind und ist optimal an die alpinen Umweltbedingungen der Gebirgsregionen in Vorarlberg angepasst. 
 
Erzeugungsverfahren:
Zucht/Mast:
Das Ländle Kalb ist garantiert in Vorarlberg geboren, gemästet und geschlachtet und wächst bei genügend Freiraum in gesunder und artgerechter Umgebung auf.
 
Die Erziehungsart der Zuchtherde ist typisch für die Region. Es handelt sich dabei um kleinbetriebliche Extensivhaltungssysteme.
 
Kälber, welche im Frühjahr geboren werden, werden Großteils gemeinsam mit den Muttertieren auf der Weide gehalten. Diese Erziehungsart gewährleistet die Aufzucht in natürlicher Umgebung und ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden der Tiere. Die Populationsdichte ist limitiert durch das zur Verfügung stehende Grünland.
Im Herbst geborene Kälber werden in Laufställen gehalten.
 
Fütterung:
Ländle Kalb darf ausschließlich mit Vollmilch oder mit Milchaustauscher ohne Zusatz von Stoffen tierischer Herkunft gefüttert werden. Teilweise wird es auch vom Muttertier gesäugt.
 
Die Gabe von Wachstumshormonen, Tiermehl oder antibiotischen Leistungsförderern oder sonstigen chemischen Zusätzen ist strengstens verboten.
 
Die Art der Zucht bedingt ein langsameres Wachstum des Tieres und wirkt sich somit positiv auf Fleischqualität und Geschmack aus.
 
Abkalbung:
Hauptabkalbzeit ist im Frühjahr sowie im Herbst.
 
Transport und Schlachtung:
Ländle Kalb wird im Alter von rund 5 Monaten geschlachtet.
Das Schlachtgewicht liegt bei etwa 130 kg, das Lebendgewicht bei rund 160 kg.
 
Die Schlachtung erfolgt in einem Hauptschlachthof sowie bei zahlreichen regionalen Metzgern.
 
Die Anlieferung der Kälber zum Schlachthof wird überwiegend von den Bauern selbst durchgeführt, um kurze Transporte und bessere Fleischqualität durch weniger Stress zu gewährleisten.
 
Die Schlachtkörper werden für deren Identifizierung mit fortlaufenden Schlachtnummern versehen.
 
Fleischbeschreibung:
Das Fleisch stammt von Kälbern, welche in Vorarlberg geboren und aufgewachsen sind.
Das Ländle Kalb zeichnet sich durch sein fettarmes, zartes und fein schmeckendes Fleisch von hervorragender Qualität aus.
Das Fleisch des Ländle Kalbs besitzt ein einzigartiges Aroma und Geschmack, welche direkt mit dem bodenständigen Pflanzenwuchs der Hochalmen zusammenhängen.
 
Das Fleisch entspricht U, R sowie teilweise E und O nach dem EUROP – Klassifizierungssystem. Die Fettgewebsklasse entspricht 2 - 3 nach dem EUROP – Klassifizierungssystem.
 
Qualitätskontrolle:
Die Fleischsicherheit und Qualität wird durch amtliche, tierärztliche Überwachungen gesichert.
Die Bauern werden jährlich durch Futtermitteluntersuchungen und Rückstandsuntersuchungen durch die Landwirtschaftskammer sowie durch Veterinäre überprüft.
 
Qualitätskennzeichnung:
Ländle Kalb ist mit dem Gütesiegel „Luag druf – Ländle Qualität“ versehen, welches für die heimische Produktion und Verarbeitung der Produkte in Vorarlberg steht und die Einhaltung der strengen Qualitätsrichtlinien garantiert.
Das Gütesiegel steht für sichere Herkunft aus Vorarlberg und wird von der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH bei absoluter Einhaltung der Richtlinien verliehen. Dabei prüfen interne und externe Kontrollstellen sowohl die Landwirte als auch die beteiligten Verarbeitungsbetriebe, Vermarkter und Gastronomiebetriebe.
 
Ursprungsnachweis:
Die Kälber sind, gemäß der Österreichischen Tierkennzeichnungs- und Registrierungsverordnung 2007, durch ein offizielles Zeichen (Ohrmarke) gekennzeichnet.
 
Die Rückverfolgbarkeit sowohl der Rinder als auch des Rinderbauernhofes wird am Verkaufsort durch das „bos” System der AMA (Agrar Markt Austria) sichergestellt. Das „bos“ Symbol ist Kennzeichen für Rindfleisch und garantiert die volle Rückverfolgbarkeit von der Geburt des Tieres an bis zum angerichteten Fleisch.
 
- Vermarktung:
Das „Ländle Fleisch“ gilt als besonders naturnahes und exzellentes Nischenprodukt.
Ländle Kalb wird vor allem im Frühjahr und im Herbst vermarktet 
 
Genuss Region Ländle Kalb - geschmorter Kalbstafelspitz mit frischen Pfifferlingen und Kartoffelkuchen auf einem Montafoner-Tisch im Gasthof Rössle in Innerbraz
Foto: BMLFUW/Rita Newman
Die Vermarktung erfolgt sowohl über die Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH als auch über Schlachtbetriebe.
Das Fleisch ist über den Lebensmittelhandel, die Gastronomie und über Direktvermarktung erhältlich.
 
Zusammenhang mit dem geographischen Gebiet und Traditionellem Wissen
- Besondere Boden und Klimaverhältnisse im
  alpinen Gebiet Vorarlberg führen
  zu einer reichhaltigen, einheimischen, alpinen Flora, die eine extensive
  Rinderhaltung auf Almen ermöglichen.
- Typische Haltungssysteme: Extensivhaltung der Rinderherden auf
  Almen während der Vegetationszeit.
- Dank dieser Haltungsweise kann Rinderfleisch mit charakteristischen
  Merkmalen bezüglich Zusammensetzung und Marmorierung erzeugt werden.
  Das Fleisch besitzt ein einzigartiges Aroma und einen einzigartigen
  Geschmack, welche in direkter Beziehung zur aufgenommenen lokalen
  alpinen Flora stehen.
- Die Erzeugung von Ländle Kalb ist das Ergebnis von Traditionellem Wissen,
  das an die in diesem Bereich Tätigen weitergegeben wurde: Traditionelles
  Wissen und Erfahrung der Rinderbauern (Anpassung der Haltung der Herden
  an die Gegebenheiten der Umwelt, Know-how der Hirten, Art der
  Kälberproduktion, Rinderhaltung in Berggebieten, Know-how der Schlachter
  (Tiertransport, Erfahrung bei Schlachtung und Zerlegung, Fleischreifung) und
  die Erfahrung der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH.
 
- Verwertung:
-
 
- Schutz:
Wort-Bildmarke: Ländle Produkte (Österreichisches Patentamt, Register Nr. 219 535, im Jahr 2004)
Inhaber der Marke: Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH
 
Wort-Bildmarke: Ländle Qualität – Luag druf (Österreichisches Patentamt, Register Nr. 210 540, im Jahr 2003)
Inhaber der Marke: Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH
 
Schlüsselworte
Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Vorarlberg, Region, Ländle, Kalb, Rind, Braunvieh, Ländle Kalb
 
Bibliographie/ Referenzen
- CTM-ONLINE - Ausführliche Markeninformation
  http://oami.europa.eu/CTMOnline/RequestManager/de_Result_NoReg
- Ländle Kalb
   www.genuss-region.at  
- Ländle Kalb ist nachvollziehbar
   http://www.laendle.at/start.php4?m1id=3&m2id=40  
- Qualitätsrichtlinien Ländle Kalb
   http://www.laendle.at/FILEPOOL/03%20LQM/1_GUETESIEGEL_DACHMARKE/QS_PDF/qs_laendle_kalb.pdf  
- Ländle Kalb
   http://www.vorarlbergisst.at/index.php?id=kalb  
- Projekt Nahrung (2) Milch, Käse und Viehzucht im  
  Bodenseeraum
   http://www2.vol.at/riedenburg/projekte/bo-milch.htm  
- Kulinarisches Vorarlberg
  http://www.rezeptesammlung.net/vorarlberg_kulinarisches.htm  
- Bregenz: Historische Entwicklung
  http://www.bregenz.at/fileadmin/Downloads/Wirtschaft_Zahlen_Fakten/historischesundStadtgebietdoc_01.pdf
- Vorarlberg
  http://de.wikipedia.org/wiki/Vorarlberg  
- Vorarlberg
  http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.v/v885304.htm  
 
Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 23. Juni 2009.
 
Sprachcode
Deutsch
 
Produkt von www.genuss-region.at 
Ja
 
Regionaler Ansprechpartner
Matthias Marxgut
Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH
6900 Bregenz
Montfortstrasse 11
Tel.: 05574 400 700; Fax: 05574 400 600
Email: laendle@lk-vbg.at  
www.laendle.at  
 
Autoren: Mag. Eva Sommer, Dr. Erhard Höbaus 
 

28.11.2011, Lebensministerium III/4